Hickok Tube Tester Bedienung

So einfach wie das Funktionsprinzip ist eigentlich auch die Bedienung eines Hickok-Testers, zumindest, wenn die Einstelldaten für eine Röhre vorliegen. Die Bedienungsschritte im Einzelnen:

  • Tabellendaten heraussuchen. Um die Rollskala zu schonen, empfiehlt es sich, die Daten häufig getesteter Röhren abzuschreiben.
  • Drehschalterreihe (Filament/Plate/Grid usw.) entsprechend der Tabelle von links nach rechts einstellen.
  • Einstellung Heizspannung (Fil.) und evt. Funktionsschalter nicht vergessen!
  • Shunt- (= "English" auf manchen Geräten) und Bias-Werte einstellen. Statt des Shunt-Wertes kann der Einsteller auch auf einen praktikablen Micromho-Bereich eingestellt werden, so dass man die Steilheit der Röhre direkt ablesen kann (etwa 6000 Micromho für eine 6V6, bei der ein Ausschlag auf rund 4000 (4 mA/V) zu erwarten ist). Die großen Labor-Tester haben ohnehin feste Bereiche, zumindest für Röhren mit Gitter.
  • Röhre in passenden Sockel einsetzen. Für manche Röhren ist ein Adapter nötig, den man anhand der Sockelbelegung leicht selbst anfertigen kann, so etwa für Magnoval-Röhren.
  • Gerät einschalten und mit dem "Line"-Regler den Zeiger des Instrumentes auf die "Line"-Markierung bringen. Da alle Meßspannungen aus dem Netztrafo entnommen werden, ist dem Trafo zur "Kalibrierung" je nach Höhe der Netzspannung ein Hochlast-Drehwiderstand (Rheostat) vorgeschaltet. Mit diesem bringt man den Zeiger des Meßinstruments auf Mittelstellung ("Line Test", "Line Adjust" oder "Line Set") bzw. bei Geräten mit getrenntem "Line"-Voltmeter auf die rote 100V-Markierung. Dann stimmen die Meßspannungen automatisch.
  • Die Röhre sollte nun heizen . Ggf. sonst Heizfaden-Durchgangsprüfung mit entsprechendem Taster, so vorhanden.
  • Kurzschlußprüfung durchführen. Dies ist bei der 6000er-Serie besonders einfach: Keine der fünf Glimmlampen im Lichtschacht sollte verlöschen. Andere Tester: "Shorts"-Schalter durchschalten, aufleuchtende oder blinkende Glimmlampe zeigt Kurzschluß. Art des Schlusses kann im Manual nachgeschlagen werden. Röhren mit Kurzschluß nicht weiter testen , da ansonsten das Prüfgerät zerstört werden kann!
  • Micromho-Test (Steilheit/Verstärkung Gm ) durchführen: entsprechenden Taster ( Test oder Gm ) drücken und Wert ablesen. Es empfielt sich bei den kleinen Testern, die Instrumenten-Skala durch Drehen des Shunt/English-Reglers auf eine der drei vorgegebenen Stellungen (rote Markierungen 3000/6000/15000 Micromho, siehe Bild) einzustellen, natürlich auf einen Bereich, der zur Steilheit der Röhre passt (etwa 6000 für eine 6V6, die mit nominal 4100 Micromho angegeben ist). Alternativ ist in den Tabellenwerken eine Shunt-Einstellung angegeben (oft als "English" bezeichnet), mit der eine neue Röhre den "Good"-Bereich der Skala erreicht, die Micromho-Skala ist dann ohne Belang.
  • Leuchtet die "Fuse"-Lampe oder ggf. die "Bias-Fuse"-Lampe auf, ist die Drehschalterstellung fehlerhaft oder der Tabelleneintrag passt nicht zur Röhre. Die dem Netztrafo vorgeschaltete Fuse-Lampe darf bei Leistungsröhren unter Test schwach glimmen. Ersatz: Motorrad-Glühbirne 6V/10W mit Bajonett.
  • Gashaltige Röhren leuchten innen violett auf - wegwerfen!
  • Wer es ganz genau machen will, gleicht die Netzspannung bei eingesetzter und unter Test stehender Röhre nach; das ist aber nur bei Leistungsröhren sinnvoll und auch nur bei Testern mit getrennter Line-Anzeige möglich. Kleiner Tip: Bei Geräten mit getrenntem Line-Test-Taster kann dieser zusätzlich zum Gm-Taster gedrückt werden, das Instrument zeigt dann den netzspannungs-Abgleich bei unter Last stehender Röhre an.
  • Ggf. Röhre eine Minute heizen lassen und Gastest durchführen (zusätzlich zum Micromho-Gm-Taster Gas-Taster drücken). Ältere Tester fügen einen Widerstand in die Gitter-Leitung ein, der angezeigte Micromho-Wert darf sich nicht verändern (1 Teilstrich max.). Neuere (z.B. 6000) messen den Gitterstrom über das Instrument direkt, es darf nicht ausschlagen. Hintergrund: Röhren mit nicht einwandfreiem Vakuum entwickeln am Gitter Sekundärelektronen, dieser Elektronenfluss verändert den Arbeitspunkt (angezeigter Micromho-Wert) oder lässt sich mit dem bei einigen Geräten eingebauten besonders empfindlichen Instrument (Vollausschlag 50 oder 100 µA) als Strom messen (Größenordnung: einige µA).

Diese kurze Abhandlung kann natürlich ein Studium der Bedienungsanleitung nicht ersetzen. Für einige Geräte habe ich Anleitungen, die ich Ihnen gegen Unkostenbeitrag gern kopiere.


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